Stiftung Zukunft 25

-- Projekte --


Mitglieder, Mitbestimmung und Projekte.
Die Stiftung Zukunft 25 ist als Plattform für langfristiges Denken und Handeln konzipiert. Welches sind die wichtigen Entwicklungen, Gefahren und die neuen Horizonte, welche Visionen wollen wir anstreben? Diese Fragen werden sich die Mitglieder der Stiftung Zukunft 25, die (virtuelle) Versammlung aller Zustifter stellen. Mit dem Ziel, die Zukunftsfragen in Taten umzusetzen, werden die Mitglieder auch die Vorschläge für die Projekte, welche dann von der Stiftung finanziert und verwirklich werden, ausarbeiten.

Insofern können wir zwar heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen, welche Projekte einmal verwirklicht werden. Wir können jedoch Beispiele möglicher Projekte geben, wie sie einmal typisch für die Aktivitäten der Stiftung Zukunft 25 nach ihrer Gründung sein könnten.

Die Stiftung Zukunft 25 wird es sich zum Ziel setzen, "die Entwicklung des Lebens und des Menschen auf der Erde, den Planeten und im Universum" nachhaltig zu unterstützen. Anfänglich wird der finanzielle Umfang der Projekte eher bescheiden sein, im Laufe der Jahrhunderte sollten die finanziellen Ressourcen jedoch stark anwachsen, aufgrund der langfristigen Wachstumsstrategie, und ambitiöse Projekte zulassen.



Die öffentliche Meinungsbildung anregen.
Auch mit bescheidenen finanziellen Mitteln kann man eine nachhaltige Wirkung erzielen, wenn es gelingt, eine öffentliche Diskussion in Gang zu bringen. Um dieses zu erreichen, wird die Stiftung Zukunft 25 Konferenzen und öffentliche Diskussionsrunden organisieren, begleitet durch Artikel und Anzeigen in den Medien.

Die Stiftung Zukunft 25 wird jedoch nicht selber politisch aktiv werden und versuchen die politische und die öffentliche Meinung in eine bestimmte Richtung zu lenken, im Stil einer Lobbygruppe, oder öffentliche Statements zu aktuellen Problemen abgeben. Dieses wäre mit dem langfristigen Ziel, zum Wohle aller zu agieren, nicht verträglich. Wichtig ist es dagegen auf zentrale Zukunftsfragen aufmerksam zu machen; eine Auswahl möglicher Themen wollen wir nun erläutern.



Öffentliche Meinungsbildung.
(1) Gibt es eine optimale Bevölkerungsdichte?
Welche Bevölkerungsdichte wäre für ein Land wie die Bundesrepublik optimal: 40, 60, 80 oder 100 Millionen Menschen? Optimal aus wirtschaftlichen, ökologischen oder gesellschaftlichen Gründen? Oder sollte man prinzipiell, z.B. aus ethischen Überlegungen heraus, dieses Thema öffentlich nicht diskutieren und das Wachstum bzw. den Rückgang der Einwohnerzahl `ganz allein' vor sich gehen lassen? Dieses Thema wird derzeit in der Öffentlichkeit praktisch nicht behandelt, doch könnte es für unsere langfristige Zukunft immens wichtig sein.

So könnte man in diesem Zusammenhang die äußerst kontroverse Fragestellung diskutieren, ob man weiterhin große Geldbeträge in die wirtschaftliche Förderung sogenannter "strukturschwacher Gebiete" stecken soll. Der Mensch könnte sich ja auch aus diesen Siedlungsgebieten zurückziehen und sie der Natur überlassen. Dieses Szenarium wäre denkbar, wenn es im Laufe der öffentlichen Diskussion zu einem Konsensus kommen würde, dass auch eine geringere Bevölkerungsdichte als die heutige wünschenswert sein könnte.



Öffentliche Meinungsbildung.
(2) Gibt es ökologische Gerechtigkeit?
Eines der großen Probleme der ökologischen Bewegung besteht in der Darstellung der Gründe und der Notwendigkeit für Umweltschutz im allgemeinen. Unsere heutige Ethik ist fast zu 100% Menschen-zentriert: Was für uns gut ist, das ist auch ethisch gerechtfertigt. Eine derartige Einstellung ist im Prinzip natürlich und verständlich. Jede Rasse, auch der Homo-sapiens, muss zuerst mal an sich denken um zu überleben. Im Umweltschutz gibt es daher auch eine starke utilitaristische Tendenz: Es ist gut die Umwelt zu erhalten, weil es uns selber von Nutzen ist.

Umweltschutz aus Eigennutz wird in letzter Konsequenz allerdings ein Umweltschutz auf einem sehr niedrigen Niveau sein. Nur wenn es unserer Gesundheit und unserem Wohlergehen von Nutzen ist würde dann etwas in Sachen Umweltschutz unternommen werden. Vielen Aktivisten reicht dieses Niveau jedoch nicht aus; Um mehr zu erreichen appellieren sie dann an unsere Emotionen. Wir alle haben die Bildern von Teer-verseuchten Seevögeln gesehen und die von anderen leidenden Tieren.

Alternativ könnte man sich fragen, ob wir langfristig eine gerechte "Aufteilung" des Planeten Erde zwischen den Belangen des Menschen und denen des übrigen Lebens anstreben sollen. Eine öffentliche oder politische Diskussion hierzu wurde allerdings noch nicht geführt. Es wäre also die Frage nach einer übergeordneten ökologischen Gerechtigkeit. Gibt es so etwas, sollen wir versuchen sie nachhaltig umzusetzen? Viele Kriterien und Überlegungen wären denkbar, was man unter ökologischer Gerechtigkeit verstehen könnte. Hier ein Beispiel.

Man schätzt, dass zu Anfang des 20ten Jahrhunderts die Biomasse aller damals lebender Menschen zusammen ungefähr gleich groß gewesen war wie die gesamte Biomasse aller frei lebenden Säugetiere. Hätte man also die gesamte damalige Menschheit zusammen auf eine große Waagschale gestellt und alle Elefanten, Ratten, Zebras, Wale und Tiger auf die andere, dann wäre diese überdimensionale "Waage der ökologischen Gerechtigkeit" im Lot geblieben.

Seitdem hat sich die Waage der ökologischen Gerechtigkeit zugunsten der Menschheit geneigt. Heutzutage kommen auf zirka 10kg Lebendgewicht Mensch nur noch 1kg frei lebende Säugetiere. Ist diese Aufteilung der Biosphäre (die übrige Fauna und Flora soll dabei nicht vergessen werden) von 10:1 gerecht? Wäre eine Aufteilung von 100:1 zugunsten des Menschen auch noch gerecht, oder sollten wir lieber 1:1 anstreben? Auf derartige Fragen gibt es keine leichten Antworten und doch würde eine öffentliche Diskussion hierzu nachhaltige Konsequenzen haben. Willentlich oder nicht, der Mensch gestaltet die gesamte Erde mit massiven Eingriffen in die Biosphäre. Dieser Verantwortung müssen wir uns stellen.



Lebensräume für zukünftige Generationen von Tieren und Pflanzen.
Da im Umweltschutz so viele dringende Probleme heute akut sind, besteht die Tendenz, hier und jetzt zu handeln, was natürlich auch enorm wichtig ist. Und doch kann man sich fragen, ob man nicht komplementär auch Vorsorge für zukünftige Generationen von Tieren und Pflanzen treffen könnte. Können wir etwas unternehmen damit noch ungeborene Generationen von Tieren einmal neue Lebensräume vorfinden können?

Wir wissen, das globale Klima auf der Erde wird sich in den nächsten Jahrhunderten massiv verändern. In den Medien werden meistens die zu erwartenden negativen Auswirkungen des bevorstehenden Klimawandels dargestellt. Es ist aber auf der anderen Seite auch klar, dass einige Gebiete von dem Klimawandel profitieren werden. Heutige Wüstengebiete werden teilweise mehr Niederschläge erhalten und kalte Regionen werden sich generell erwärmen. Allerdings sind die heutigen Klimamodelle und Computersimulationen noch nicht genügend weit entwickelt, um gesicherte Vorhersagen lokaler Entwicklungen zuzulassen. Doch an dieser Front ist mit einem stetigen wissenschaftlichen und technischen Fortschritt zu rechnen.

Aride Landstriche sind häufig billig zu erwerben. In den USA gibt es z.B. private Ranchen von der Größe eines deutschen Bundeslandes. Diese liegen natürlich größtenteils auf landwirtschaftlich und andersweitig nicht nutzbarem Gebiet.

Die Stiftung Zukunft 25 könnte also, bei geeigneter finanzieller Ausstattung, Projekte initiieren, welche zum Ziel hätten, auf Gebieten, welche für den Menschen derzeit wirtschaftlich keinen Nutzen abwerfen, Naturreservate für zukünftige Generationen von Tieren und Pflanzen anzulegen, d.h. Landstriche jetzt schon `billig' erwerben, für welche wir in 1-2 Jahrhunderten günstige Lebensbedingungen für eine vielfältige Fauna und Flora erwarten können.



Raumfahrt und das Leben im Kosmos.
Man kann die heutige bemannte Raumfahrt zu Recht kritisieren. Sie ist zu teuer, bringt nichts und überhaupt ist der Mensch auf das Leben in der Schwerelosigkeit biologisch nicht vorbereitet. Doch wenn man die langfristige Sichtweise wählt, dann kann man sich fragen: Wird die Menschheit in 1000, 10000 oder in gar 100000 Jahren auch weiterhin nur die Erde besiedeln und für alle Zeiten damit beschäftigt sein mit sich selber in Frieden zu leben, die Kultur und Wissenschaft zu vervollkommnen?

In dieser Sinnfrage kann man natürlich ganz verschiedener Auffassung sein, eine endgültige Antwort zu finden ist unmöglich. Wenn die Menschheit langfristig in den Weltraum expandieren würde, dann hätte sie auch die Möglichkeit, dem irdischen Leben auf anderen Planeten neue Lebensräume zu erschaffen. Und damit etwas `Gutes' zu bewirken, was weit über unsere eigene Existenz, die der Spezies Homo Sapiens, hinaus Bestand haben könnte.

Es ist allerdings zweifelhaft, ob Regierungen oder die "Menschheit als Ganzes" je den langfristigen Willen aufbringen werden, derartige Unternehmungen ohne direkte wirtschaftliche Ziele zu finanzieren. Im allgemeinen wird es nur eine Minderheit sein, welche sich für die langfristigen Perspektiven einsetzen wird. Die überwältigende Mehrheit der Menschen wird immer ihre Prioritäten klar in Zielen der Gegenwart oder der nahen Zukunft setzen. Falls das langfristige Wachstums-Konzept der Stiftung Zukunft 25 Erfolg haben wird, dann werden der Stiftung einmal genügend Mittel zur Verfügung stehen, den Aufbruch in den Weltraum substantiell zu fördern.